Cassandra’s dream – Filmische Wucht
Der neue Film von Woody Allen, Cassandra’s dream ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Gleichzeitig hinterlässt er ein Gefühl in der Magengrube, das einem Faustschlag in die Gegend gleicht.
2 Brüder, beide in finanziellen Notlagen, jedoch stark verbunden pumpen ihren reichen Onkel um Geld zur Finanzierung eines Hotelkaufs und zur Begleichung von Schulden an. Familiensolidarität wird in der ArbeiterInnenfamilie groß geschrieben. Der Onkel stimmt unter einer Bedingung zu. Die beiden Brüder sollen einen Widersacher des Onkels beseitigen. Wie, bleibt ihnen überlassen. Es muss nur bald geschehen. Die Brüder zögern kaum. Dem einen Bruder sitzen Kredithaie im Nacken, der andere hat eine neue Beziehung zu einer Schauspielerin, welcher er einen gewissen Status bieten will. Blind vor Angst und blind vor Liebe begehen die beiden den Mord. Ian, der verliebte Bruder steckt die Tat angesichts seiner rosigen Lebensaussichten locker weg. Terry, der verschuldete Bruder kann mit dem getanen absolut nicht umgehen. Er will sich stellen und einen Arzt wegen seiner Depressionen aufsuchen. Ian will dies verhindern und überlegt, einen zweiten Mord zu begehen …
Die Story ist gut, die Ausführung noch besser. Die Hauptdarsteller, Ewan McGregor und Collin Farell sind unglaublich gut. Trotzdem ist der Film kein Vergnügen. Er fordert die ZuseherInnen zu einem Gewissenskonflikt heraus. Sympathien mit Ian oder mit Terry? Rechtfertigen Notlagen eine solche Tat? Waren es überhaupt Notlagen? Das Ende des Fims, dessen Inhalt ich nicht verraten werde, überlässt die Lösung der Moral. Glücklich ist man damit jedoch nicht.
Hier der Trailer:

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