Wallfahrten und gläubige PensionistInnen
Heute auf dem Weg von der Gruberstraße 51/3 in Linz zum Hauptbahnhof in Linz und in weiterer Linie nach Wien, bin ich im Bus mit der Nr. 12 auf eine sehr eigenartige alte Frau gestoßen, die von einer anderen Dame, welche einen Sitzplatz ergattert hatte, verlangte, ihr diesen zu überlassen, damit sie in Ruhe ihr Gebetsbuch lesen konnte. Das Gebetsbuch, welches die alte Dame dann aus einem sehr modern wirkenden Eastpak-Rucksack hervorkramte, war definitiv ein christliches. So bald die Dame saß, nahm sie eine sehr demütige Haltung ein, und begann, Gebete zu murmeln. So weit so gut.
Offenbar hatte die Dame das gleiche Ziel wie ich, nämlich den Hauptbahnhof in Linz und stieg dort mit mir gemeinsam aus. Die Bushaltestelle, so muss man wissen liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Bahnhofst, und der nächste Zebrastreifen ist in beide Richtungen etwa 50m entfernt. Doch ohne zu zögern ging die Frau weiterlesend (no idea, warm sie im Bus sitzen musste) und auch ohne einen einzigen Blick auf die Seite werfend über die Straße und provozierte einige sehr gewagte Bremsmanöver bei ankommenden AutofahrerInnen. Nichts desto trotz war die Frau nicht sehr schnell unterwegs und so schaffte ich es, sie, obwohl ich den Zebrastreifen benutze, vor dem Bahnhof wieder einzuholen, wo sie zielstrebig aber bedächtig auf einen privaten Bus zuging. Dort, und man kann es sich schon vorstellen, warteten ca. 50 Menschen der gleichen Kategorie, jedoch beider Geschlechter mit exakt dem gleichen Gebetsbuch in der Hand, und begrüßten die Dame mit einem freundlichen, aber bestimmten GRÜSS GOTT! Auf dem Bus stand ein kleines Schild mit Wallfahrt nach Maria Schmolln.
Als ich dann schlussendlich in Wien angekommen war, beschloss ich, mir wieder einmal die von meiner Schwester erstellte Homepage der katholischen Jungschar Zell a. P. anzusehen und kam über jene Homepage auf einen Link, der mich zur URL der Pfarre Zell am Pettenfirst brachte, wo ich schlussendlich Bilder von der Wallfahrt der Pfarre Zell a. P. nach Mariaschmolln fand:
und so, muss es in dem Bus, der Dame augeschaut haben …
Meine Konklusio ist, dass ich es nie verstehen werde, was Menschen dazu bringt, einen Glauben so zu manifestieren, dass sie sich die Praktizierung eben dieses auch antun.
Agnostic forever!

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